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Am Montag, den 4.8. begann unsere lang ersehnte und lang vorbereitete Reise nach Tansania. Wir trafen uns um 11 Uhr voller Erwartungen am Bahnhof Schonungen. Dort wurden wir dann zu Flughafen Frankfurt gefahren wo wir dann um 15.30 Uhr nach Dubai und weiter nach Dar es Salaam flogen. Wir kamen am Dienstag um 7.25 Uhr am Flughafen an, wo Sister Jannet uns bereits erwartete.

 

Im Betania House in Dar es Salaam, einem Gästehaus von Schwestern geführt, trafen wir auf Father Silverius, der uns leider nicht persönlich abholen konnte, da er den Tag zuvor überfallen und ausgeraubt wurde. Alles Geld für seinen bevorstehenden Flug nach Deutschland, alle Pässe und Papiere weg. Er war verletzt und musste im Krankenhaus dringend ärztlich versorgt werden.

Wir besuchten dann in den nächsten Tagen, nach sehr langen Strecken auf sehr schlechten Straßen, die Jungenschule Likonde in Songea. Ein Internat mit Minor Seminary, an dem die Schüler eine normale Schulausbildung, aber auch dann anschließend noch eine Priesterausbildung, anstreben können. Die Schule wird von Geistlichen geleitet und geführt. Wir wurden von Bischof John und dem Schuldirektor empfangen und durften öffentlich bei einem Schulempfang unsere Geschenke übergeben. Unsere Spenden waren eine elektronische Kerze, Werkzeug, Bälle und eine Geldspende.

Danach ging es weiter zu Father Silverius nach Nkile, wo wir wie die Könige empfangen wurden. Wir mussten auf bunten Tüchern zum Dorf einmarschieren, wurden mit Gesängen, Palmwedeln und strahlenden Gesichtern zur Kirche geleitet, die in einer 3,5 Stunden dauernde Messe auf den Namen St. Sebastian eingeweiht wurde. Auch hier überreichten wir Geschenke, wieder eine Altarkerze, Fußball, Basketball, auch Kirchengewänder und eine Geldspende. Danach feierte das ganze Dorf mit Tänzen, Gesängen, Vorführungen der Einheimischen und einem Festmahl, für Hunderte von Menschen und mitten unter ihnen wieder Bischof John. Es war unglaublich.

Am nächsten Tag fuhren wir zu Sister Jannets Heimat, St. Luise Girls High School in Maguu. Auch hier ein riesiger Empfang der Schülerinnen. Wir besichtigten das Schul- und Internatsgelände, konnten an verschiedenen Unterrichtstunden teilnehmen und hatten einen Gottesdienst mit deutschen Ministranten - Stefan und Herbert, was bei den Schülern, die alle in der Kirche waren, großes Schmunzeln auslöste. Die Klosterküche verwöhnte uns mit Kartoffelsalat und Schnitzel, mit Nusszopf und Spiegelei. Am Nachmittag gab es auch hier einen offiziellen Teil, mit Ansprachen, Übergabe der Geschenke, Fußball, Basketball, Federball, Altarkerze, und auch hier eine Geldspende für ein neues Labor, eine Schulspende von Abiturientinnen aus Haßfurt und Schulgeld für Schülerinnen von Privatpersonen. Nach großer Begegnung und Austausch mit den Schülerinnen verabschiedeten wir uns schweren Herzens und fuhren weiter nach Mbinga.

Dort besuchten wir die Vinzentinerinnen. Die Einrichtung St. Monika ist uns besonders ans Herz gewachsen. Es ist ein Heim für Mädchen aus sozial schwachen Verhältnissen die nur wenig unterstützt werden und sich selbst tragen müssen. Die Mädchen können dort eine Schulausbildung und einen hauswirtschaftlichen Beruf erlernen und danach vielleicht auch ins Kloster eintreten. Dort gibt es auch eine kleine Schneiderei, wo sie lernen wie man näht. Diese Schneiderei möchten wir unterstützen indem wir deren Taschen verkaufen wollen. Danach besuchten wir die Klosteranlage der Vinzentinerinnen, deren Gartenbau, Schreinerei, Tierzucht. Am Mittag besuchten wir noch das dazugehörigen Behindertenheim St. Loretto, wo selbst diese Kinder uns einen so tollen Empfang bereiteten. Auch hier gab es wieder Kaffee und Kuchen. Wir übergaben auch hier unsere Spenden und Geschenke an alle Beteiligten, die hier mit besonders leuchtenden Augen entgegengenommen wurden.

Am Mittag trafen wir wieder auf Bischof John. Er erzählte uns viel von seiner Diözese, von Kirche in Afrika, von Finanzierung, Spendengeldern, Versorgung der Priester, Schulpflicht und auch ein wenig über sein Privatleben. Er beantwortete alle Fragen ohne Zögern und war sehr offen und fröhlich.

Ja und dann war die Reise fast zu Ende. Wir trafen nochmals Father Silverius in Dar es Salaam und zum Glück ging es ihm schon wieder besser.

Eine schöne, anstrengende, staubige, sehr informative und nachdenkliche Reise ging zu Ende und ich glaube wir sind alle dankbar, das einmal gesehen zu haben.

Christine Full, Schonungen

Veröffentlicht: 31.08.2014



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