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Eshowe, 23. 09. 2017Grüß Gott mein lieben Missionsfreunde in ForstEuch allen recht herzliche Grüße nach einem erlebnisreichen Tag in meinem Missions Leben. Eigentlich kamen Plan und Entschluss erst gestern Abend. Der Anlass war Teilnahme an der Beerdigung von Mr Zungu, dem Bruder von unserer ehemaligen Sr.Francis Zungu. Ort: am heimatlichen Kraal.

Mr. Zungu ist zugleich der Vater vom jetzigen Bischof von Port Elizabethj Nord Kap, Seine Excellenz Vitus Zungu OFM (Franziskaner).
Zusammen mit drei Mitschwestern, fuhren wir um 8:15 morgens ab, Das Wetter sah mehr nach kommendem Regen aus. Der Weg nach Schumayao war uns nicht bekannt, außer einigen Erklärungen. Doch unser Pfarrer mit Sr. Teressa fuhren voraus. Glück oder Pech? Schon bald schoben sich einige Autos dazwischen, wir mussten an 2 Ampeln warten ROT, wir verloren den Anschluss und so begann unser Abenteuer. Ab sofort! Gleich an der Stadtausfahrt abbiegen!?
Bald kamen wir zu einer Kreuzung. Unser Entschluss rechts! So kamen wir auf einen richtigen Farmweg. Es ging bergauf. Weiter, weiter und dunkle Wolken waren nicht gerade einladend.
Die Landschaft Busch und dazwischen Weideland und kleinere Felder. Ein Sturm bildete sich vor und hinter uns. Sind wir auf dem rechten Weg? - Doch wir fuhren weiter, den Rosenkranz betend. Wieder Kreuzungen, viele kleine Fußpfade, die Straße wurde schmaler und ziemlich große Berge kamen in Sicht. Dann Wohnstätten, Kraale, doch sehr, sehr arm und notdürftig.
Keine elektrische Leitungen! Wasser? Wo bekommen die Leute das her? Die Straße wurde immer steiniger. Wegen dem nahendem Regen war die Aussicht großartig. Der 3 Wochen alte Frühling zeigte sich im frischen grün im Grass, Busch und Schirm Akazien. Was angepflanzte Zuckerrohr- und Maisfelder sein sollten sind jetzt, vielerseits ein vertrocknete ETWAS. Nun waren wir schon eine ganze Stunde unterwegs, und wussten immer noch nicht ob dieser Weg zum Ziel führt???
Ja, und dann ging es bergab ab, bis wir plötzlich vor sehr hohen Felswanden kamen. Dort schlängelte sich eine sehr schmale Straße zwischen grau auf der eine Seite und grün auf der anderen Seite. Wo ist nur unser Auto mit Father Victor? Plötzlich endete unser Weg sichtbar an einem U-Form Bogen weiter ging es fast steil und serpentienenartig vorwärts. Diese Art wiederholte sich paarmal; es kamen Hütten, Vieh auf den Abhängen und vereinzelnd waren Leute zu sehen. Bald waren wir so hoch, das beim Blick rechts ins Tal, Menschen wie Pünktchen und Bäume wie Streichhölzer aussahen. Und da, wieder an einer scharfen Kurve, stand unsere Sr. Teressa, wartend und die Weiterfahrt signalisierend. Oh, wie wir alle 4 aufatmeten.!!!
Ein kurzes Stück lang war es asphaltiert, doch durch die herbe Witterung, aufgebrochen und mit vielen Schlaglöchern bestückt. So geschwind wie wir das entdeckten, war es auch wieder vorbei und der sandige, steinreiche Weg aufwärts, führte uns glücklich ans Ziel. Da war eine kleine Kirche, daneben ein weißes Zelt und unterhalb ein Kindergarten. HILDEGARD, Kindergärtnerin. und die Tochter des Verstorbenen, begrüßte uns. Es war 10 Uhr, Wir konnten auf der Veranda und in den Räumen uns vor dem kalten Wind schützen. Trotz dem miserablen Wetter kamen doch viele Leute von allen Seiten; sodann auch die Autos mit den 3 Bischöfen und zirka 17 Priestern, und eine gute Anzahl von Schwestern aus verschiedenen Kongregationen auch von weit her. Um 12:30 Uhr war es soweit, der Sarg kam per Auto. Er wurde von 8 Mariner getragen, begleitet von seiner Frau (Witwe), welche in ein Decke gehüllt war (Zeichen der Trauer). Wir haben uns vor dem Altar im Zelt, auf Grasmatten gesetzt. Die 'Witwe' saß ebenfalls auf einer Matte neben dem Altar. Am Kopfende wurde ein kleines Fenster geöffnet und man konnte sich dort, betend von Mr Zung verabschieden. Die Gläubigen wurden eingeladen im Zelt Platz zu nehmen. Wir Schwestern saßen rechts neben dem Altar, hinter den Priestern. Nun wurde eine ganze Stunde gesungen (alles in Isi Zulu). Der Gesang war sehr feierlich, und draußen tobte der Sturm, regnete es in Strömen, wir waren gehüllt in Nebel und es war sehr kalt.
Bischof Vinzent Zungu, begrüßte alle Anwesenden, auch im Namen seiner Familie, d.h. der Mutter, (Witwe) und seinen Geschwistern. Er war Hauptzelebrant, ein feierliches Requiem, für seinen lieben Vater. Die Predigt hielt Diözesanbischof Kumalo von Eshowe. Den Nachruf am Ende des Requiem sprach Diözesanbischof von Umzinkulu (Nord Kap); die Aussegnung hielt der Generalvikar von Eshowe, Father Nshangase. Der Sarg wurde wieder ins Begräbnisauto gebracht und zusammen mit seiner Frau, Mama Zungu, zu seinem Wohnplatz gefahren.
Nun begann für mich und meine Mitschwestern der zweite Teil unseres Erlebnisses. So um 2:00 Uhr fuhren wir zum Zungu Kraal. Der Regen hatte die Sandstraße sehr aufgeweicht. Vorsicht vor Rutschgefahr! Wo parken? Die kleinen Häuschen welche im Kraal stehen, waren nur bergauf und zu Fuß zu erreichen. Und es goss! Nun, heute darf uns nichts erschüttern. Wir sind mit allen Christen eine große Familie welche Abschied nimmt. Sr. Gregoria und Sr. Felicity, meine Mitschwestern, nahmen mich in die Mitte, und auf ging es, und von oben konnten wir der Beisetzung folgen. Das Grab war unterhalb vom Haus, am Abhang. Wiederum wurde viel gesungen. Ein Meer von Regenschirmen über den Trauergästen. Trotzdem wurden wir sehr nass. Anschließend lud uns eine junge Frau ein ihr zu folgen. Auf, auf ging es wieder, sogar steil, doch meine Schutzengel sorgten das ich meine Balance nicht verlor. Wir kamen in eine größere Hütte wo in einfaches Mittagessen mit Reis, verschiedenen Salaten und etwas Fleisch als Gulasch, sowie Limonade gerichtet war. Stühle waren rund um an der Wand auf gestellt in 2 - 3 Reihen. Bald füllte sich der Raum. So um 3 Uhr tasteten wir uns auf dem total aufgeweichten Fußweg zum Auto.- Unser Anführer, Pater Victor-war schon fortgefahren und wiederum waren wir uns selbst überlassen. Dazu der dicke Nebel, aufgeweichte Wege, schmal und sehr abschüssig auf der einen Seite. Ein Besucher Auto folgte uns, da auch sie den Weg nicht kannten. Mit gewisser Spannung tasteten wir uns vorwärts. mit nur 50 Km Geschwindigkeit oder auch mal weniger!
An verschiedenen Kreuzungen verließen wir uns auf unser Gedächtnis, "so könnte es richtig sein", doch nach gut 20 Min. Fahrt/wurden wir sehr unsicher. Und da lief uns ein junger Mann plötzlich über den Weg. Wir hielten, grüßten ihn und fragten nach dem Weg - Eshowe. - Oh, sagte dieser, da seid ihr auf der falschen Richtung. Kehrt um, und er begann zu erklären. Bald merkte er das es uns nicht viel helfen wird, dazu der Nebel, der Wind und Regen. Wir baten ihn mit uns zu fahren. Er nahm es gerne an und als wir bis zu einer Klinik kamen mit drei Wegen, stieg er aus und zeigte uns die Strazze nach Eshowe. Wir dankten ihm, doch bald darauf überholte uns ein Mercedes, fuhr dann langsamer und rief :"Folgt mir!" Es war derselbe Mann. Was für ein Glück! Unsere Fahrt ging noch mehr bergauf und an verschiedenen U Kurven wechselte es mit Schlamm und Steinen. - Wir beteten und waren dankbar als es schließlich bergab ging! Manchmal fast steil bergab! Unser Beschützer hatte sich inzwischen verabschiedet, plötzlich war er verschwunden. Wir näherten uns Eshowe und vieles war uns wieder vertraut. Dank sei Gott!
Es war 4:45 Uhr nachmittags als wir im Regen daheim und wohlbehalten ankamen.
Ein bischen steif, doch glücklich und dankbar für alles was wir erleben und teilen durften.
Eine Tasse warmen Kaffe und ein heißes Fußbade brachten mich schnell wieder ins normale Dasein. - Einen Tag wie diesen, werde ich nicht so schnell vergessen, hatte ich doch das Gluck mal direkt im Herzen vom Zululand, für ein paar Stunden den Pulsschlag der uns anvertrauten Menschen, mit zu spüren. Für viele meiner Schüler und Schülerinnen, ist das die Heimat, auch ihrer Eltern und Großeltern. Eine wertvolle Erfahrung!
Dabei denke ich heute auch an Euch, welche mich in den vergangenen 54 Jahren, die ich bis jetzt im Zululand verbringen durfte, begleitet, mit Eurem Gut-Sein, Eurem Interesse, Eurem Gebet und Mitsorgen. Dafür ein herzliches Vergeit's Gott, und auch für Euch die tägliche Begleitung durch Gottes Liebe, Schutz und Segen.

In Dankbarkeit, Eure Sr. Fidelis Schramm


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