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Grüss Gott!                                                                                                                                                                      Eshowe / Zululand, 09.04.2018.

Hochwürden Herrn Pfarrer A. Heck
Liebe Freunde unserer Pfarrfamilie in Forst

Euch allen wünsche ich vom Auferstandenen Herrn Jesus, eine gesegnete und frohe Osterzeit. Im Gebet bin ich täglich mit Euch allen verbunden; schließe jeden einzelnen und Eure Familien, mit Danksagung und Bitten ein. So bin und bleibe ich immer verbunden mit meiner Heimat Pfarrei St. Godehard.
In der Karwoche erreichte mich die Nachricht aus Oberzell, von der großen Spende vom Fastenessen in Forst. Darüber freuen wir uns alle und werden weiterhin, durch Eure Liebe, bedürftigen Familien helfen. Ein herzliches Vergelt's Gott!
Die Nöte sind groß und sehr verschieden. Die Folgen von Krankheiten, besonders Tuberkulose und HIV Aids, wodurch Väter und jetzt schon Söhne als einzige Brotverdiener plötzlich sterben, überschreitet alle menschlichen Grenzen. Es kommt immer mehr vor, das unser Pfarrer 3 Beerdigungen an einem Tag hat. Alte Frauen kommen weinend zu unserer Tür: 'Wie soll es weitergehen? Meine Tochter starb letzte Nacht; ihr Mann starb vor 2 Jahren, und nun bin ich allein mit 5 Kindern. Davon sind 3 schon in der Schule und 2 sind noch klein. Kindergeld ist oft sehr unregelmäßig, besonders wenn die Kinder noch nicht angemeldet sind und keine Geburtsurkunde haben. Und das sind keine Einzelfälle. Erste Hilfe von uns Schwestern ist dann: Gemüse aus unserem Garten, Maismehl, Bohnen oder Fisch in Tomatensoße, Päckchen Salz, Zucker, und Bekleidung für die Schulkinder, Fahrgeld zur Schule, usw. Oft ist auch medizinische Behandlung nötig. Zwar gibt es staatlich Kliniken, doch ein Besuch kostet R40.- Zwischen durch brauchen die Kinder auch mal Hustensaft, und andere Medikamente, wofür sie selbst zahlen müssen. Und der Winter beginnt bei uns am 1. Juni.
Eine andere Not hat unsere Jugend überkommen. Gerade Mädchen aus armen und bedrängten Familien, werden in den 8. und 9. Klassen schwanger. Besonders die Schwächeren fallen schnell auf falsche Versprechen rein. Ayanda, 11.Klasse, bekam ein Kind. Sie ist sich nicht sicher ob sie jemals Unterstützung bekommt. Nun lockt auch das Kindergeld. Also, warum nicht? Sie möchte einen Schulabschluss, doch wer schaut nach dem Kind? Sie sollte heuer Abitur machen.
Vor 4 Wochen kam ihre Schwester M'bashle, 10. Klasse, sehr bedrückt, um Hilfe. Sie hat chronisches Asthma, und muss oft auf dem blanken Boden (Lehm) schlafen, weil sie keine Luft bekommt. Ich sah es ihr an, Angst und Not aus beiden Augen. Als ich sie vorsichtig fragte ob sie ein Kind erwartet, sagte sie 'Ja'. Es sind ungefähr 8 Wochen; sie kennt nicht mal den Mann der sie missbrauchte. Sie hat viel Angst. Ich riet ihr den Arzt in der Klinik zu besuchen. Sie weinte. Sie wohnt bei Ayanda; ihre Mutter hat die Mädels verstoßen. Sie hat noch eine jüngere Schwester. Alle drei kenne ich seit gut 6 Jahren und unterstütze sie in verschiedener Weise. So kommen sie um Hilfe.
Auch unsere Hausangestellten tragen viel Familiennot mit sich herum. Doch sind alle 6 sehr dankbar dass sie bei uns Arbeit bekommen haben, einen festen Lohn haben. Ihre Kinder sind in verschiedenem Alter, und wenn es sich um Schulhilfe handelt, wissen sie, daß ich es mit ihnen überlege und berate.
Heute ist Sonntag der Barmherzigkeit. Da wird unser christliches Program erneuert. Möge Gott uns helfen, Augen, Ohren, Herz und Hände für die Not anderer offen zu halten und in Taten der Liebe zu verwandeln.
Von einer chinesischen Christin ist uns folgende Geschichte überliefert:
Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte des neuen Jahres stand:
„Gib mir ein Licht, damit ich sicheren Fußes der Ungewissheit entgegengehen kann."
Aber der Engel antwortete: „Geh nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand in die Hand Gottes. Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg."
Der Rat des Engels kann auch uns durch das neue Jahr, Monate und Tage begleiten. Wir wissen nicht, was auf uns und unsere Familien wartet; ob wir es gesund oder krank erleben werden, ob wir in den kommenden Monaten vorankommen, stehen bleiben oder zurückgeworfen werden.
Doch eines dürfen wir sicher wissen: Wir gehen mit Gott durch die kommende Zeit. Er begleitet uns mit seinem Segen.

Und nun etwas sehr frohes und lebendiges!
Am Donnerstag vor dem Palmsonntag, feierten wir mit unseren Schülern Messe, Palmenweihe, Prozession in die Kathedrale, und Heilige Messe. Alle Schüler (240) hatten ihren Palmenzweig, Große und Kleine (echte Palmen) mitgebracht. Draußen regnete es in Strömen. So war die Palmenweihe in der Schulhalle. Es war sehr feierlich, mit Weihwasser und Weihrauch. Obgleich es fest regnete, zogen die Kinder klassenweise mit ihrer Lehrerin, singend und die Palmen schwingend, zur Kathedrale. Fünf Ministranten assistierten: 1 Kreuzträger, 2 Kerzenträger und 2 für Weihrauch und Weihwasser. Einer hielt einen Schirm über Pater Victor. Trotzdem wurden alle sehr nass. Das erhöhte die Stimmung!! - Kinder der 6. Klasse gestalten die liturgischen Gebete und Lesungen. Die Predigt hatte eine besondere Überraschung: Pater Victor fragte,' wer ist jetzt in Süd Afrika der König?' Antworten wie: ZUMA, RAH MAPUSA kamen. Der Pater erklärte das diese Staatspräsidenten seien. Er fragte weiter: Wer möchte jetzt mal Staatspräsident sein? Ein Bub aus der 2. Klasse meldete sich. Gut er wurde zum Haupteingang geschickt, und Pater Victor lud uns alle (Schüler, Lehrer, Eltern) ein, den hohen Gast beim Einzug zu begrüßen.
DAS GESCHAH! Mit lautem Jubel, singend, pfeifend und einige Kirchenfähnchen schwingend, zog der Bub feierlich ein. - Nun waren alle Anwesenden eingestimmt, für das Willkommen welches Jesus bekam als er in Jerusalem einzog. Während allen Gesängen bewegte sich ein Palmenmeer, mit strahlenden Gesichtern und frohem Gesang, um Jesus auch bei uns willkommen zu heißen. Als Schluss Gesang wurde das Lied gesungen:
Bayete inKosi, Jesus Christ our King!
Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und die Schüler gingen beglückt mit ihren Palmen in die Klassen. Alle Schüler der 5. Klasse hatten eine persönliche Osterkarte geschrieben und sehr verschieden und schön gestaltet, mit Grüßen von allen Schülern unserer Schule, für unseren Pfarrer, Pater Victor.
Meine lieben Freunde in der Heimat, mit diesen Zeilen möchte ich Euch danken und etwas Osterfreude bringen. Gottes Segen für alle, und jeden neuen Tag!
Herzliche Grüße, und verbunden im Gebet, von Eurer dankbaren,

Sr. M. Fidelis Schramm

 

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